Geschichte

Unsere Wurzeln

Der Musikverein Stuttgart-Gablenberg 1884 e.V. hat eine lange und spannende Geschichte, die bereits über 130 Jahre zurückreicht. Damals gegründet, um die Blas- und Volksmusik zu erhalten, zu pflegen und zu fördern, sehen wir uns dieser Aufgabe heute noch immer verpflichtet.

Doch das heißt nicht, dass man nichts Neues ausprobieren darf! Und so wurde Mitte der 80er Jahre aus dem Blasorchester die Big Band Gablenberg. Für uns eine konsequente Weiterentwicklung, um sich an die geänderte Vision unserer Musikerinnen und Musiker anzupassen.

Und heute?

Die Big Band ist wirtschaftlicher und organisatorischer Bestandteil des Musikvereins Stuttgart-Gablenberg 1884 e.V. Als leidenschaftliche Hobbymusiker sind wir zudem eine echte „Non-Profit“-Organisation. Der Verein umfasst zahlreiche aktive und passive Mitglieder und gehört dem Blasmusikverband Baden-Württemberg an.

Vereinsgeschichte

Es groovt! Mit Tobias Becker konnten wir einen jungen Profi-Bandleader gewinnen, in dessen Adern Swing fließt. Nach außen wirkt er kontrolliert und zurückhaltend, aber in ihm steckt ein prämierter Jazz-Rebell, den er in seinen Kompositionen und Arrangements auslebt. Sowohl mit modernen Pop-Titeln im Swing-Kleid als auch mit echten Jazz-Klassikern entwickelt er die Band ständig weiter. Für uns ein echter Glücksgriff – für die Zuhörer high-end Big Band Sound auf die Ohren!

Mit Jörg Gebhard als musikalischem Leiter gewinnt der Musikverein Stuttgart-Gablenberg endlich den fehlenden Stein im Mosaik. Hauptberuflich am Big-Band-Schlagzeug des Südwestrundfunks, setzt er nun bei der Big Band in Gablenberg die richtigen Akzente. Eigene, maßgeschneiderte Arrangements, schon bald auch mit Gesang, verleihen der Big Band ihren unverkennbaren Sound. Die dynamische Gruppe lernt schnell und avanciert mit etwa 25 Musikern zum salonfähigen Unterhaltungsorchester.

CD- und Rundfunkaufnahmen, Fernsehauftritte sowie Engagements bei zahlreichen öffentlichen Anlässen sind die Früchte unermüdlicher Arbeit. Dazu trägt auch maßgeblich die Unterstützung der Zahntechniker-Innung Württemberg als Sponsor bei. Aufritte, Aufnahmen im Tonstudio und ein neues Outfit wurden so erst möglich gemacht.

Des einen Freud’, des anderen Leid – damit lässt sich die Veränderung vielleicht am Besten beschreiben, die das Gesicht des Musikvereins Stuttgart-Gablenberg wenig später entscheidend prägen soll. Vom Nachbarverein Gaisburg wechselt der Jugendleiter samt zahlreicher Jungmusiker zum Musikverein nach Gablenberg. Mit großem Engagement wird vom “neuen” Dirigenten Uwe Wolz eine Jugendkapelle vorangetrieben, die unter dem Namen Jugend-Big-Band des Musikverein Gablenberg auftritt.

Mit den Jahren entwickeln sich in der Jugend Leistungsträger, die auch bei Auftritten der Gablenberger Musikanten, zusammen mit den bewährten Musikern, ihr Bestes geben. Doch schon alleine wegen den unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen möchten die jungen Leute ihrer Big Band treu bleiben. So wächst mit der knapp 30 Frau und Mann starken Jugend-Big-Band eine Musikgruppe heran, die den Gablenberger Musikanten an Niveau und Besetzung schon bald in nichts nachsteht. Neu aufgenommene Jugendliche werden jetzt in einer eigenen Anfängergruppe betreut.

Währenddessen macht sich bei den Gablenberger Musikanten der hohe Altersdurchschnitt bemerkbar. Nach und nach müssen immer mehr langjährige Musikkammeraden ihr Instrument ruhen lassen. Immer mehr Stimmen bleiben unbesetzt, bis schließlich die letzte Probe der bekannten Gablenberger Musikanten stattfindet. Damit geht eine lange Ära zu Ende – mit Karl Wolz als musikalische Führungsspitze, der über 60 Jahre die Geschicke des Musikvereins Stuttgart-Gablenberg entscheidend mit geprägt hat.

Als erster Vorsitzender und verbliebener Aktiver der Gablenberger Musikanten hält Günther Schuh mit seiner Frau der jungen Big Band in den Zeiten des Umbruchs die Treue.

Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung finden 1984 die Feierlichkeiten zum 100. Jubiläum des Vereins statt. Auch die Regierung wird auf die munteren Gablenberger aufmerksam. So würdigt der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Arbeit unseres Vereins mit der Ehrenplakette Pro Musica der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Wechsel des musikalischen Leiters bedeutet immer auch einen Einschnitt für die Kapelle. So sieht sich der neue Dirigent Holzer einem Häufchen von 15 Musikern gegenüber. Aus der Not eine Tugend machend, kommen zur Besetzung passende Noten aufs Pult. Unter dem Namen Gablenberger Musikanten stimmt der Musikverein Stuttgart-Gablenberg jetzt volkstümlichere Klänge an und erringt in der Umgebung einen beachtlichen Bekanntheitsgrad.

In den 70er Jahren erleben die Gablenberger Musikanten unter dem Dirigenten Karl Wolz und dem ersten Vorsitzenden Horst Henzler eine einvergessliche Zeit. Dazu gehören Reisen zu internationalen Musikwettspielen, zum Beispiel in die Niederlande. Ein Höhepunkt ist auch das Gastspiel beim 100. Cannstatter Volksfest in Chicago (USA). Beim Gegenpart zum Cannstatter Wasen, veranstaltet vom Schwabenverein Chicago, ist der Musikverein Stuttgart-Gablenberg als Vertreter der Stadt Stuttgart entsandt.

Bereits 1950 kann der Musikverein Stuttgart-Gablenberg wieder auf eigenen Beinen stehen, verlässt nicht zuletzt aus organisatorischen Gründen die Obhut der SKG und präsentiert sich fortan unter seinem ursprünglichen Namen.

25 Mitglieder bringen das Vereinsleben wieder in Schwung und in der neu entstandenen Jugendkapelle spielen unter den 17 Personen erstmals sogar zwei Mädchen mit! Während auf organisatorischer Seite die Vereinszeitschrift Trompeter ins Leben gerufen wird und sich der Verein 1956 zum ersten mal in Uniform präsentiert, steht auf der musikalischen Seite der steile Aufstieg vom Niveau der Unterstufe bis zur Oberstufe. Zahlreiche Preise von Wertungsspielen in dieser Zeit belegen die musikalischen Erfolge. Diese zeugen seit jeher von hohem Einsatz ehrenamtlicher Idealisten wie dem damaligen ersten Vorstand Karl Hertner und den Dirigenten Schock und Kmoch, um nur einige zu nennen.

1884 ist das Gründungsjahr des Turnvereins Gablenberg, der noch im selben Jahr eine eigene Musikergruppe von knapp zehn Turnkameraden hervorbringt. Zu Beginn beherrscht die kleine Gruppe um den damals 21-jährigen Wilhelm Dausch gerade zwei Musikstücke. Doch die Musiker sind unermüdlich und schon bald werden dem Turnverein die Kosten für die Musikabteilung zu hoch. So gründet sich 1886 ein eigenständiger Verein: der Musikverein Stuttgart-Gablenberg 1884 e.V.

Die Proben finden Zuhause, später in den nahegelegenen Wirtshäusern statt. Alsbald bedient man sich eines eigenen musikalischen Leiters. 1902 überreicht Wilhelm II., König vom Württemberg, dem damaligen Dirigenten, Gottlob Mahle einen silbernen Taktstock in Anerkennung seiner Dienste für die Musik. Der Erfolg spiegelt sich in errungenen Preisen auf Wertungsspielen in der Mittelstufe wieder. In der wechselhaften Geschichte greift Wilhelm Dausch des öfteren selbst zum Taktstock.

Kurz vor dem ersten Weltkrieg umfasst der Verein 18 aktive Musiker und nicht weniger als 110 Gönner und Freunde, die das musikalische Wirken des Vereins mit Ihrer passiven Mitgliedschaft unterstützen. Noch 1914 veranstaltet der rührige Musikverein in Gablenberg ein Musikwettspiel unter mehreren Kapellen. Und selbst während des Krieges pflegen die verbliebenen Musiker ihr Hobby zusammen mit den Kollegen vom ersten Cannstatter Musikverein. Nach Kriegsende 1918 wächst der Musikverein Stuttgart-Gablenberg unter maßgeblichem Engagement von Wilhelm Dausch schnell von nur mehr acht auf knapp 50 Musiker an. Der Verein spielt inzwischen auf Bundesebene in der Oberstufe. 1928 erweitert die aufgenommene Streichkapelle den Musikverein zum Orchester.

Doch leider währt die Freude nicht lange. Der Einfluss des Hitler-Regimes steigt unaufhaltsam. Die Musiker unterstellen sich aber nicht geschlossen der NSDAP Ortsgruppe, woraufhin 1938 alle Instrumente beschlagnahmt werden. Sämtliche Vereinsaktivitäten kommen damit zum erliegen. Mit Ende des Krieges 1945 erwacht in Wilhelm Dausch erneut das Musikerherz. Zunächst noch gemeinsam mit dem Musikverein Gaisburg, gliedert Dausch den rechtlich nie gelöschten Musikverein Stuttgart-Gablenberg in die Sport- und Kulturgemeinschaft Gablenberg (SKG) ein. Nach zwei Kriegen und über 50 Jahren leitender Vereinstätigkeit stirbt unser Gründungsvater Wilhelm Dausch im Jahre 1949. Ihm gilt unsere besondere Achtung.